Pinzgauer 710M aus dem Sauerland

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Truchs
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Pinzgauer 710M aus dem Sauerland

Beitrag von Truchs » Do Mai 16, 2019 19:53

Servus zusammen!

Habe auf Ebay Kleinanzeigen einen Pinzgauer 710M gefunden.
Habe den Verkäufer nach Roststellen gefragt, er schrieb, dass ihm nur eine vorne unterhalb Stoßfänger bekannt sei. Ist das eine kritische Stelle? Lässt sich diese „einfach“ beheben? Oder lieber als Neuling Finger weg?

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kstenzel
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Re: Pinzgauer 710M aus dem Sauerland

Beitrag von kstenzel » Fr Mai 17, 2019 8:13

Guten Morgen,
Es gibt sicher Leute hier, die Dir besser helfen können als ich, aber ich hab mir vor 2 Jahren einen 710K gekauft. Der hat für mich auf den ersten Blick erstmal gut ausgesehen. Aber inzwischen habe ich einiges dazugelernt.
Ich denke der Rost da vorne ist nicht das größte Problem, sofern nicht der rechteckige Holm betroffen ist. Auf dem kann man normalerweise den Pinz beim Federnausbau etc. abstützen - sollte der durchgerostet sein, würde ich die Finger davon lassen.
Problem kann eher die Konstruktion hinten im Plateau sein, da wo diese U-förmigen Versteifungen draufgeschweisst sind. Da sind die Pinz gerne komplett durch. Zumindest meiner war da sehr löchrig - jede Menge Schweissarbeit, wenn Du es ordentlich machen willst.
Woher ist der Pinz? Schweizer, Rehab aus Österreich, Yugo? Welches Baujahr? Diese Infos helfen Dir hier sicher mehr und kompetentere Hilfe zu erhalten.
Aber Rost kann auch Dein kleinstes Problem sein. Wie wurde er die letzte Zeit behandelt, wann war der letzte Ölwechsel (Motor und alle Getriebe), wie läuft er, wie lässt sich das Getriebe schalten, funktioniert das Untersetzungsgetriebe (lässt es sich leicht schalten, oder hackt es), funktionieren alle Sperren, etc. - diese Dinge sollten Dir wichtiger sein. Denn sonst hast Du einen schönen Pinz, der aber nicht zu gebrauchen ist oder viel Geld und Zeit kostet.

Gruß Kurt

Truchs
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Re: Pinzgauer 710M aus dem Sauerland

Beitrag von Truchs » So Mai 19, 2019 21:55

Danke erstmal für Deine Antwort.

Der Pinzi ist von Juli 1979 aus schweizer Bestand. Der Wagen soll laut Tacho 95.000km runter haben.

Laut Besitzer wurden in den letzten 4 Jahren 1 Achsmanschette, alle Öle und Flüssigkeiten gewechselt, Ventile eingestellt, Ventildeckeldichtung gewechselt, 1 Vergaserabschaltventil ist neu und die Plane.

Und er hat eine kontaktlose Zündung verbaut. Reifen sind wohl durch, dass sehe ich aber nicht als Problem an.

kstenzel
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Re: Pinzgauer 710M aus dem Sauerland

Beitrag von kstenzel » Mo Mai 20, 2019 7:29

Guten Morgen,
Meiner ist auch ein Ex-Schweizer, BJ1973. Daher wird auch Deiner keine REHAB durchlaufen haben, daher eher rostanfällig denke ich.
Kontaktlose Zündung hab ich nicht, sondern immer noch die originale Unterbrecherversion und die geschirmten Kabel (die auch immer eine Problemquelle darstellen können - war bei mir zumindest so). Daher kann ich Dir bzgl. Zündung nicht wirklich was sagen. Öle wirst Du dann sicher tauschen wollen/müssen. Flüssigkeiten wird dann wohl Bremse, Kupplung, Sperren sein. Ich würde einfach mal alle Sperren probieren, wenn was hackelt, dann ist's schlecht. Kupplung merkst Du ja beim Schalten, und Bremse auch beim Fahren, ob da was komisch scheint. Wobei so ein Pinz fährt sich halt auch nicht wie ein neuer PKW sondern eher wie ein altern LKW :) . Mach mal die kleine Abdeckung in der Mitte weg, und hör mal rein, wenn der Motor auf Standgas läuft. Quietscht da was oder so? Bei mir wird glaub ich jetzt das Ausrücklager der Kupplung fällig - das hört man auf Standgas, und wenn die Kupplung getreten ist, dann ist's weg.
Wenn Du die Gelegenheit hast, dann würde ich mal eine Kompressionsprüfung der Zylinder machen (lassen), obwohl ich das bei meinem auch nicht gemacht habe - aber ich würds jetzt machen. Wie klingt der Motor sonst so? Läuft er rund? Meiner startet ohne Choke nicht, wenn er kalt ist, das ist aber normal soweit ich weiß. Aber nach dem Starten Choke so, daß er sauber läuft, und nach etwa 1 Minute läuft meiner ohne Choke einwandfrei auf Standgas. Und schau auch mal, wie er das Gas annimmt. Wenn der Pinz aus der Schweiz ist, wird der Vergaser der Version 1 verbaut sein. Der ist an sich gut, braucht halt ein bisschen mehr Kraftstoff als die Version 2, hängt aber bessser am Gas - hab ich zumindest gelesen. Ich hab auch die Version 1 verbaut und bin damit vollauf zufrieden.
Abschaltventile sind teuer - ca 65 Euro/Stk. Aber die können halt mal kaputt werden.
Ich würde auch mal schauen, ob irgendwo Öl unten sichtbar ist. Oft mal vorne bei den Gelenkskugln der Achsen, wobei hier erst ein Problem ist, wenn sich tropfen bilden. Aber sonst bei den Getrieben, Motor von unten bei den Zylindern etc. Zur Not mal wegwischen und eine Runde Probefahren - und dann nochmal schauen. Bei mir war z.B. die Wellendichtung beim Schaltgetriebe richtung Abtrieb defekt (Öltropfen aus der Kupplungsglocke).
Das mit dem Tacho ist auch so einen Sache. Geht der KM-Zähler? War bei meinem z.B. kaputt - kommt aber oft mal vor.
Was ich noch schauen würde sind die Federteller oben, vorne und hinten. Greif mal mit dem Finger oben in die Teller rein. Ist da Fett drinnen oder sind die trocken und rostig? Und kannst Du mit dem Finger den Übergang zwischen dem Dorn und der Aufnahme im Teller fühlen? Wenn ja, dann super. Wenn da schon ordentlich "Schmodder" drin ist, dann werden wahrscheinlich die Federteller fällig. Bei mir waren die hinteren durch, und vorne wars nur ohne Fett und rostig. Alles machbar, aber teuer und man braucht etwas Zeit.
Solltest Du noch Fragen haben, melde Dich. Und ich hab Dir noch eine PM geschickt.
Gruß Kurt


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