Achsmanschetten woher und welche?

Technik des Haflingers

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MEPH
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Achsmanschetten woher und welche?

Beitrag von MEPH » Mo Mai 09, 2016 11:10

Hallo!

Habe mit den ersten Servicearbeiten an unserem Haflinger begonnen.
Dabei habe ich festgestellt, dass beide Achsmanschetten vorne schon sehr porös und dadurch undicht sind.
Nach Recherche gibt es ja mehrer verschiedene Typen an Neuteilen: geteilt, ungeteilt und zu sehr unterschiedlichen Preisen.
Welche sind empfehlenswert und aus welcher Quelle?
Sollte man die geteilten wirklich verkleben, wie ich hier im Forum gelesen habe?

Danke für Euren Input.

LG, M.
Was nicht geht wird geschoben.

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rubber-duck
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Re: Achsmanschetten woher und welche?

Beitrag von rubber-duck » Mo Mai 09, 2016 14:02

Hallo,
beim Haflinger habe ich noch keine Erfahrungen mit Manschetten gemacht, aber bei anderen Fahrzeugen (Bulli, Ente). Da würde ich immer einer soliden Reparatur mit einteiligen den Vorzug geben.
Und wenn geteilte Manschetten, halte ich Verkleben für eine gute Idee.
Es gibt immer einen Weg!

Norbert Palme
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Re: Achsmanschetten woher und welche?

Beitrag von Norbert Palme » Mo Mai 09, 2016 21:39

Ich hab sie seinerzeit bei Prockschi gekauft, und er gab mir den Hinweis, daß die geteilten eine absolute Notlösung sind und 100 km nicht überstehen. Also ungeteilte verwenden, auch wenn der Montageaufwand höher ist.
Ganz wichtig dabei ist der Abzieher M7 für den oberen Achsschenkelbolzen. Kannst Du leicht selbst herstellen, mit einem Gewindestück ca 5 - 10 cm und entsprechender Hülse/ Nuß.
Außerdem sehr hilfreich ist ein Ringschlüssel gerade SW 24, Splinttreiber und Ersatzsplinte.
Der ganze Job ist in der Bedienungsanleitung relativ gut beschrieben.
Am schnellsten geht das, was am längsten dauert.

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Bernd TJ
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Re: Achsmanschetten woher und welche?

Beitrag von Bernd TJ » Di Mai 10, 2016 19:15

Die Manschetten von oben genannten Händler halten leider nicht - deshalb ist seine Beschreibung als Notlösung absolut richtig.

Es gibt aber auch geteilte Manschetten (von anderen Händlern) die Halten "ewig". Genau so verhält sich es mit den konischen Gummis in den Achsverstrebungen.

Günstig ist nicht immer gut - und vor allem ist es eine scheiß Arbeit die Teile zu ersetzen wenn die Plattform montiert ist.
Steyr Puch Haflinger 700AP CH-Armee Haflinger 1962
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puchifan
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Re: Achsmanschetten woher und welche?

Beitrag von puchifan » Di Mai 10, 2016 20:18

Meines Wissens hat Autoquariat einiges herumexperimentiert, bis die
Qualität ihrer Gummiteile passten. Ist zwar alles etwas teurer bei den
Kerlen, aber die Qualität passt.

Grüße,
Peter
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Haflinger AP700

Norbert Palme
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Re: Achsmanschetten woher und welche?

Beitrag von Norbert Palme » Di Mai 10, 2016 21:47

Ich hab die Achsmanschetten nicht nur von Prockschi sondern auch von Autoquariat, allerdings nur noch die ungeteilten. Wenn man mal anschaut, wie so eine (geteilte) Achsmanschette verknüllt wird, wenn wir eine enge Kurve fahren, sieht jeder Paktiker, daß das die Grenze vom System ist.
Nicht umsonst hatten die späteren Hafis die gekapselten Gelenkwellen.
Am schnellsten geht das, was am längsten dauert.

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Norbert
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Re: Achsmanschetten woher und welche?

Beitrag von Norbert » Mi Mai 11, 2016 11:25

Bernd TJ hat geschrieben:Es gibt aber auch geteilte Manschetten (von anderen Händlern) die Halten "ewig".
...sind diese Händler geheim?
Ich möchte auch geteilte die ewig halten :D :D :D
Meine Liebe mag nämlich keine Ölflecken auf den Pflastersteinen.
Liebe Grüße
Norbert
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Norbert

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Re: Achsmanschetten woher und welche?

Beitrag von Mojohand » Mi Mai 11, 2016 13:41

@Norbert Palme,
Wenn man mal anschaut, wie so eine (geteilte) Achsmanschette verknüllt wird, wenn wir eine enge Kurve fahren
Du meinst wohl die Manschetten der alten Ausführung der Gleichlaufgelenke am Vorderachsschenkel.
Hier ist aber die Rede von den Stulpen an der Halbachslagerung, die werden nicht so stark geknickt.

Grüße
Bernd
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Re: Achsmanschetten woher und welche?

Beitrag von Der_Timm » Mi Mai 11, 2016 13:42

Norbert Palme hat geschrieben:Ich hab die Achsmanschetten nicht nur von Prockschi sondern auch von Autoquariat, allerdings nur noch die ungeteilten. Wenn man mal anschaut, wie so eine (geteilte) Achsmanschette verknüllt wird, wenn wir eine enge Kurve fahren, sieht jeder Paktiker, daß das die Grenze vom System ist.
Nicht umsonst hatten die späteren Hafis die gekapselten Gelenkwellen.
Hi wir haben seit fünf Jahren die von Prockschi in geteilt montiert, an Anfang war das verkleben echt nicht so toll.
seit wir die mit GTO 21 Pur verklebt haben halten die schon echt lange, fünf Jahre ca. 30 Tkm

lg tim

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Norbert
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Re: Achsmanschetten woher und welche?

Beitrag von Norbert » Mi Mai 11, 2016 13:53

Der_Timm hat geschrieben:fünf Jahre ca. 30 Tkm
...Haflinger???
Liebe Grüße aus der Heimat
Norbert

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Bernd TJ
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Re: Achsmanschetten woher und welche?

Beitrag von Bernd TJ » Mi Mai 11, 2016 18:29

Norbert hat geschrieben:
Bernd TJ hat geschrieben:Es gibt aber auch geteilte Manschetten (von anderen Händlern) die Halten "ewig".
...sind diese Händler geheim?
Norbert
Nein geheim sind sie nicht aber Werbung will ich auch keine machen :)

Gummiteile allgemein sind NOS die besten, leider gehen sie langsam zu ende.
Die Gummiqualität der Quariatteile ist bedeutend besser als von Prokschi. z.b. Sitzgummi sind noch vom original Hersteller!

Bei mir ist es besonders ärgerlich, bei meinem CH Armee Haflinger habe ich alle Gummi Teile bei der Restaurierung getauscht. Alle Teile sind von Prokschi. Nach 2 Jahren sind die Prokschi Teile poröser als die 50 Jahre alten original Teile die ich heraus geworfen habe.
Natürlich habe ich gleich Bilder gemacht von den Schrott und mehrmals reklamiert bei Prokschi - bis heute habe ich keine Antwort erhalten.
Seither gibt es für mich nur noch Quariat, und ich fahre bestens damit.
Natürlich muß jeder selber wissen wo er Teile bezieht, ich bezahle lieber ein paar Euro mehr und hab dann ruhe und Freude mit dem Haflinger. Und ich finde es armselig von einer Firma, wenn ein Kunde mehrmals reklamiert, diese findet es unnötig zu reagieren.
Norbert Palme hat geschrieben:Ich hab die Achsmanschetten nicht nur von Prockschi sondern auch von Autoquariat, allerdings nur noch die ungeteilten. Wenn man mal anschaut, wie so eine (geteilte) Achsmanschette verknüllt wird, wenn wir eine enge Kurve fahren, sieht jeder Paktiker,
Norbert ... hier geht es um Achsmanschetten, nicht um die vom Gleichlaufgelenk. Wenn die Achsmanschette verknüllt wäre, wäre sie bei der Montage nicht sauber montiert worden.

Gruß
Bernd
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Re: Achsmanschetten woher und welche?

Beitrag von Der_Timm » Mi Mai 11, 2016 19:22

Norbert hat geschrieben:
Der_Timm hat geschrieben:fünf Jahre ca. 30 Tkm
...Haflinger???
nee aber Prinzip sollte doch im Prinzip das gleiche Material sein?

lg timm

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Re: Achsmanschetten woher und welche?

Beitrag von Norbert Palme » Mi Mai 11, 2016 20:25

Da habt Ihr schon recht, Ich schreibe von den Manschetten der alten Gleichlaufgelenke. Die inneren (am Getriebe) müssen natürlich keine Drehbewegung aushalten und sind somit durchaus in teilbarer Version brauchbar.
Gruß Norbert
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Re: Achsmanschetten woher und welche?

Beitrag von Mojohand » Do Mai 12, 2016 8:25

@Timm,
die Haflinger Manschetten sind aus schwarzem weichem Gummi, die Pinzgauer Manschetten sind, soweit ich das beurteilen kann, aus zähem gelben Material so ähnlich wie die an Zapfwellen an landwirtschaftlichen Maschinen.
Beim Haflinger kommt dahinter gleich Getriebeöl, beim Pinz sind die Dinger glaub ich nur als Staubschutz gedacht und die Abdichtung erfolgt über die Halbkugeliche Gleitfläche zwischen Halbachse und Gehäuse.
Also ganz das selbe ist es nicht.

Gruß Bernd
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Re: Achsmanschetten woher und welche?

Beitrag von Norbert » Do Mai 12, 2016 11:14

Mojohand hat geschrieben:die Pinzgauer Manschetten sind, soweit ich das beurteilen kann, aus zähem gelben Material so ähnlich wie die an Zapfwellen an landwirtschaftlichen Maschinen
...schon lange nicht mehr.
Auch die S-Tec ungeteilte Ausführung gleicht in der Form den Geteilten und sind ebenfalls schwarz und aus einer wesentlich härteren Mischung als die vom Haflinger.
LG Norbert
Liebe Grüße aus der Heimat
Norbert

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Re: Achsmanschetten woher und welche?

Beitrag von macduesi » Do Mai 12, 2016 18:19

Hallo, wenn Bedarf besteht habe ich noch NOS Antriebswellenmanschetten

Gruß Mathias

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Re: Achsmanschetten woher und welche?

Beitrag von MEPH » Fr Mai 13, 2016 9:09

So! Danke für den zahlreichen Input.

Ich war gestern beim Autoquariat. Ist glücklichweise 5min von mir entfernt.
Habe mir Geschlossene gekauft, auch auf dessen Empfehlung hin.

Für Hinten, wenn notwendig, kommen dann sicher die Geteilten aufgrund des deutlich höheren Arbeitsaufwandes.
Stimmt es, dass man für den Tausch der hinteren die Plattform abheben muss? :shock:

Was ist für den Tausch der vorderen zu beachten?
Reicht mir da meine Betriebsanleitung oder brauch ich da schon eine Reparaturbehelf? Oder ist es eh selbsterklärend?

Danke sehr.
LG, M.
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Re: Achsmanschetten woher und welche?

Beitrag von re-flo1 » Fr Mai 13, 2016 19:23

Hallo.

Wieso sollte es vorne mehr Aufwand sein als hinten?
Habe alle 4 erneuert und habe keinen Unterschied feststellen können.
Ca. 30-60 Minuten pro Manschette.

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Re: Achsmanschetten woher und welche?

Beitrag von Norbert Palme » Fr Mai 13, 2016 20:06

Sag mal Flo,
wie hast Du denn die Gleitsteine wieder so schnell reingefuddelt?
Am schnellsten geht das, was am längsten dauert.

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Bernd TJ
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Re: Achsmanschetten woher und welche?

Beitrag von Bernd TJ » Sa Mai 14, 2016 9:05

re-flo1 hat geschrieben:Hallo.

Wieso sollte es vorne mehr Aufwand sein als hinten?
Habe alle 4 erneuert und habe keinen Unterschied feststellen können.
Ca. 30-60 Minuten pro Manschette.
Hinten geht es bei montierter Plattform bedeutend schlechter als vorne.
- Auspuff ist im weg
- von hinten kommt man gar nicht dazu weil das Motorblech im weg ist
- Kupplungsseilzug ist im Weg
- Bremsleitungen verlaufen genau dort wo du werkeln solltest
- wenn du einen langen Radstand mit der tiefen Fußwanne hast steht diese noch relativ weit herunter und behindert dich

Es kommt natürlich auch immer darauf an wie man das ganze macht bzw. welche Hilfen und Werkzeuge man hat.

kurzum ... es ist vorne beschissen zu machen, hinten geht es bedeutend schlechter.

Gruß
Bernd
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