Worauf achten beim Kauf

Plaudereien rund um den Haflinger

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MEPH
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Worauf achten beim Kauf

Beitrag von MEPH » Mo Apr 04, 2016 9:57

Hallo allerseits!

Mein Onkel will sich einen Haflinger zulegen und nachdem ich hier registriert bin in Sachen Pinzgauer, erstelle ich mal das Thema für ihn.

Haflinger gibt es ja in allen Preisklassen von 5.000 (schwer Restaurierungsbedürftig) über 10.000€ (fahrbereit) bis hin zu 20.000€ Plus in top Zustand.
Schrauben ist jetzt kein Problem bei uns, Werkstatt und Kenntnisse vorhanden, die Zeit ist wie immer eher das Problem.
Seine Tendenz geht also in Richtung 10-15.000 €.

Nachdem der Haflinger behalten werden soll, wäre natürlich wichtig, dass der Originalzustand herstellbar/erhalten bleibt.
Worauf muss man hier beim Haflinger achten?
Generelle Dinge wie Matching Numbers? Falls teilrestauriert ob Originalbleche verwendet wurden? Dokumentation? Sind österreichische Fahrzeuge wertvoller als zB Schweizer?

Was ist beim Kauf und bei der Probefahrt zu beachten?
Ich habe die Suche bemüht aber leider keine Kaufberatung gefunden.

Wir sind für jeden Tipp dankbar.
Vielen Dank und LG, Matthias & Onkel :wink:
Was nicht geht wird geschoben.

Franz
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Re: Worauf achten beim Kauf

Beitrag von Franz » Di Apr 05, 2016 11:29

Grundsätzlich solltest du im Segment 10-15.000 EUR ein sehr gutes und originales Fahrzeug erwarten können. Vorsicht bei vorschnellen Käufen: Das teurere Fahrzeug ist oft nicht das bessere Fahrzeug - längeres Suchen und Zuwarten zahlt sich aus!
Falls du nicht auf ganz bestimmte Ausführungen aus bis (z.B. Feuerwehr-,Tropen-, Exportversion etc.), bei denen die Auswahl natürlich stark einschränkt ist und die preismäßig noch schwieriger einzuordnen sind, wirst du feststellen, dass ca. 2/3 der angebotenen Fahrzeuge aus Militärbeständen (ÖBH und Schweizer Armee) stammen.
Während die Haflinger des ÖBH bei der Ausmusterung aus dem Heeresdienst generell in eher mäßigem Zustand waren und gute Fahrzeuge meist restauriert sind, haben die Schweizer den Großteil ihrer Haflinger wenig gefahren und gut gepflegt - sehr gute Exemplare sind fast die Regel (Ausnahmen bei beiden Anwendern in positiver oder negativer Richtung sind natürlich möglich).
Allerdings schließen beide Ausführungen den langen Radstand (1800 mm) und die schnelle 5-Gang Version aus, die es bei der Armee nicht gab. Wie wichtig diese Kriterien für dich sind, weiß ich nicht und sind für gelegentliche Kurzstrecken im Liebhaber-Einsatz auch kaum relevant.
Wenn du allerdings, idealer Weise in Verbindung mit 13`` Reifen und M&S Reifen, gelegentlich weitere Strecken auf befestigten Straßen zurücklegen möchtest und nicht allzu schweres Gelände fährst, hat die 75 Km/h Version schon ihre Vorteile (die durch den Gang-Sprung von 4 auf 5 und das schwache Drehmoment auf Steigungen oder bei höherer Beladung natürlich auch ihre Nachteile hat).
Da viele Fahrzeuge nicht wirklich fachgerecht und oft auch nicht original instandgesetzt wurden, würde ich unabhängig vom konkreten Modell immer höchsten Wert auf handwerklich einwandfreie und originale Reparatur/Instandsetzung legen.
Jeder Rückbau verpfuschter Reparaturen kostet viel Geld - da ist es besser, ein ehrliches Fahrzeug mit Mängeln zu kaufen und diese selbst beheben zu lassen. Eine umfangreiche Probefahrt sollte die Dichtheit der zahlreichen mit Öl gefüllten Baugruppen, die Funktionsfähigkeit von Sperren und Allrad und die Synchronisation des Getriebes nachweisen. Ich würde immer Fahrzeuge, die im regelmäßigen Betrieb stehen und ständig gewartet/repariert wurden, Fahrzeugen mit langen Standzeiten vorziehen oder im letzteren Fall einige hundert Euro und einige Arbeitsstunden für den Austausch von Verschleißteilen (Bremsen) und Dichtringen einrechnen.
Matching-numbers beim Haflinger: Sicher gut, wenn Motornummer und Getriebenummer mit dem Typenschild und den Papieren zusammen passen, aber vor allem der Motortausch war beim Haflinger eine gängige Sache.
Die Plattform hat außer der Randversteifung und den Auflagepunkten auf dem Fahrgestell kaum Hohlräume und ist eigentlich recht gut überschaubar - aber bitte nicht von schwarzem Unterbodenschutz, der großzügig aufgebracht wurde und alles abdeckt, täuschen lassen!
So viel zu den ersten Beurteilungskriterien.
Lesen in den Foren weist schon im Vorfeld konkreter Besichtigungen auf mögliche Problembereiche hin. Zur weiteren Lektüre die Haflinger-Seiten von Constantin Kiesling (www.haflinger-4wd.com) suchen und staunen, was es alles an Versionen und Anwendungen gegeben hat!
Viele Grüße und viel Erfolg
Franz

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Re: Worauf achten beim Kauf

Beitrag von MEPH » Di Apr 05, 2016 14:06

@Franz!
Ich sehe es grundsätzlich wie Du, lieber viel km mit anständiger Wartung als viel Standzeit. Vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort.

Ich hab mich in den letzten Tagen etwas eingelesen. Kann es sein, dass es auch Schweizer Militär Haflinger mit 5 Gängen gab?
Die Schweizer Armee Haflinger erkennt man ja recht leicht an diesen senkrechten Stoßstangen"Bügeln" vorn und hinten.

Wie sieht es mit der Typisierung von Schweizer Haflingern in AT aus? PEr Einzelgenehmigung wahrscheinlich kein Problem, oder?

Danke und LG, M. & Onkel :wink:
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Re: Worauf achten beim Kauf

Beitrag von Mojohand » Di Apr 05, 2016 15:45

Schweizer Armee-Haflinger hatten alle ein 5-Gang Getriebe bzw. 4 + K. Das war die Vorgabe des schweizer Militärs an Steyr-Puch.
Zunächst wurden 4-Gang Haflinger gestestet, was die Verantwortlichen aber nicht überzeugte, dann wurde ein Kriechgang gefordert.
Steyr-Puch kam dem Wunsch nach, schließlich bestellten die Schweizer ca. 5000 Stück.
Deshalb sitzt des Kriechgang samt Gehäuse auch vor dem eigentlichen Getriebe, wäre er von Anfang an vorgesehen gewesen, hätte man gleich ein längeres Getriebe gebaut.
Später war der Kriechgang auch bei den zivilen Haflinger verfügbar. Später hieß es dann 5-Gang, ist aber das Selbe.

Gruß Bernd
Pure Vernunft darf niemals siegen.

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Re: Worauf achten beim Kauf

Beitrag von Lorenz » Di Apr 05, 2016 16:12

Mit dem Drehmoment des Serien Motors kannst Du die 75 km/h Übersetzung vergessen.
Wenn er einen Berg nur sieht, geht er im 5. schon in die Knie.

Im Alltagsbetrieb ist die 64 km/h die Beste.
Im Gebirge eher noch die 58 km/h.

4 Gang Hafi würde ich ohne Not nur nehmen wenn ich unbedingt einen ÖBH Hafi wollte.
Der Kriechgang ist im felsigen Gelände oft Gold wert. (hoch wie runter)

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Re: Worauf achten beim Kauf

Beitrag von MEPH » Di Apr 05, 2016 16:15

Danke- so hatte ich das eben auch verstanden mit den 5 Gang für die Schweizer.

Heißt das jetzt also im Umkehrschluß, dass ein Schweizer 5 Gang automatisch die 75km/h Version ist?

LG, M.& Onkel :wink:
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Re: Worauf achten beim Kauf

Beitrag von Lorenz » Di Apr 05, 2016 16:45

Nein.

In den Portal Getrieben für jedes Reifen-Rad ist eine 2er Zahnradpaarung.
Die macht u.a. die Endgeschwindigkeit beim Haflinger.

Ursprünglich gab es max Geschwindigkeiten mit 52 - 58 und 64 km/h.
Auf Wunsch mit Kriechgang.
Später dann mit max 75 km/h.

Die Schweizer sind von den Zahnrädern in den Portalen eine 58 km/h Übersetzung aber mit einem längeren 5. Gang, daher die 60 km/h.


Consti hatte da mal eine pdf Tabelle. Vielleicht stellt er sie hier zum Download rein?

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Re: Worauf achten beim Kauf

Beitrag von MEPH » Mi Apr 06, 2016 11:50

Ok, kenne mich aus.

Die Schweizer sind quasi die Zweitschnellsten. :D
Was war am Schweizer noch besonders? Auf den Bildern die man so findet im www haben die alle viele rote Teile beim Motor (Schwundrad,...).
Danke.

LG, M. & O.
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Re: Worauf achten beim Kauf

Beitrag von Lorenz » Mi Apr 06, 2016 12:02

In Bezug auf welchen anderen Hafi? :-)
Du musst das anders rum sehen, jede Variante ist etwas besonderes :-)
http://tdc.haflinger-4wd.com/types/

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Re: Worauf achten beim Kauf

Beitrag von MEPH » Mi Apr 06, 2016 13:41

Die Seite habe ich schon studiert, aber leider fehlen mir hier genau die Infos zum Schweizer Transporter. :?

Realistisch ist wohl, dass es einer der folgenden wird:
- ÖBH
-Schweizer Armee
- AT Zivil

Meine Frage ist daher, welche Vorteile hat ein Schweizer Armee gegenüber ÖBH oder AT Zivil außer dem 5-Gang Getriebe?
Diese Bügel vorne und hinten haben sie, aber ob das ein (optischer) Vorteil ist weiß ich nicht. :roll:

LG, M. & O.
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Re: Worauf achten beim Kauf

Beitrag von Norbert » Mi Apr 06, 2016 15:03

MEPH hat geschrieben:welche Vorteile hat ein Schweizer Armee gegenüber ÖBH oder AT Zivil
Ich würde sagen die "Nachteile" beim Schweizer sind:
> keine Türen vorne und hinten
> Kein Verdeck über Ladefläche bzw. hinteren Sitze.

> ob die militärische Zündung ein Vorteil oder Nachteil ist will ich hier nicht diskutieren.

LG Norbert
....hat nur einen ÖBH-Kommandoausführung
Liebe Grüße aus der Heimat
Norbert

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Re: Worauf achten beim Kauf

Beitrag von MEPH » Mi Apr 06, 2016 16:38

Das ist ja schon mal was.
Mit "keine Türen hinten" ist gemeint, dass die Seitenwand keine Öffnungen für Türen hat oder dass die Schweizer Armee nie Verdecke mit Türen gemacht hat.
Auf Fotos sieht man leider oft nicht ob die Seitenwände die Türen haben oder nicht- also als Laie zumindest. :roll:

LG, M. & O.
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Re: Worauf achten beim Kauf

Beitrag von Norbert Palme » Mi Apr 06, 2016 21:18

Vorteil vom Schweizer gegnüber dem ÖBH dürfte der Kriechgang sein. Dafür hast Du beim ÖBH und meist auch den Zivilen das große Verdeck.
Im Schweizer "Zugloch" bist du gleich mal naß und kalt.
Auspuffheizung ist übrigens kein echter Vorteil. Stinkt bei Langsamfahrt immer, bringt bei Kälte nur mäßige Wärme und stört bei jeder ernsthaften Reparatur.
Das wichtigste ist aber, daß der Hafi ordentlich läuft und sich schalten läßt. Hierfür nimmst Du zur Besichtigung am besten einen Haflingerfahrer mit. Bei den Haflingerfreunden Salzkammergut wirst Du bestimmt fündig.
Viel Glück
Am schnellsten geht das, was am längsten dauert.

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Re: Worauf achten beim Kauf

Beitrag von Norbert » Do Apr 07, 2016 11:22

Norbert Palme hat geschrieben:Stinkt bei Langsamfahrt immer, bringt bei Kälte nur mäßige Wärme und stört bei jeder ernsthaften Reparatur.
Das muss ich dementieren !!!
Dicht muss sie natürlich sein sonst gibt´s Gase in der Nase.
Der Frischluftstrom kommt vom Motorkühlgebläse - sollte daher der Motor auch nicht vergammelt sein.

Nach einer Aufarbeitung meiner Auspuffanlage und geschlossenem Verdeck mit Türen :mrgreen: :mrgreen:
wird's wirklich warm im Kleinen.

Zu heiß soll´s ja nicht werden, sonst schläft man in dieser komfortablen Limousine leicht ein :lol:

P.S. Es gibt sogar eine Klappe mit Seilzug um den Luftstrom zu reduzieren bzw. zu schließen (Heizungsregelung).

LG Norbert
...von dort wo auch er herkommt
Liebe Grüße aus der Heimat
Norbert

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Re: Worauf achten beim Kauf

Beitrag von Norbert Palme » Do Apr 07, 2016 11:36

Stinken tut die deshalb, weil der ansaugende Motorluftventilator genau 15 cm vom Auspuff weg ist. Bei schneller Fahrt gehts.
Natürlich nur wenn die Heiztöpfe in Ordnung sind.
Worauf ich hinaus will, die Heizung ist KEIN Kauf/ Preisvorteil.
Am schnellsten geht das, was am längsten dauert.

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Re: Worauf achten beim Kauf

Beitrag von MEPH » Do Apr 07, 2016 13:05

Der Heizungsdiskussion entnehme ich, dass alle Schweizer eine Heizung haben?
Die Heizung lässt sich ja notfalls ausbauen wenn Sie wirklich stören sollte, oder?

@Norbert: Du hast also einen Schweizer in AT typisiert? Hast Du das selbst gemacht oder so gekauft?
Ich hab noch nie ein Fahrzeug einzelgenehmigt, kenne nur Geschichten. Wie sieht denn die Typisierung bei so einem Haflinger aus?
Ohne Gurte und Co ein Problem?

Danke Euch allen für die vielen Antworten bisher.
LG, M. & O.
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Re: Worauf achten beim Kauf

Beitrag von Norbert Palme » Do Apr 07, 2016 18:29

Nein. Die Heizung hat NUR manchmal der ÖBH und manchmal der Zivile.
Die Schweizer sind original immer offen und unbeheizt.

Gruß Norbert
Am schnellsten geht das, was am längsten dauert.

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Re: Worauf achten beim Kauf

Beitrag von MEPH » Do Apr 07, 2016 20:48

Ok. Interessant.
Was ist dann der in diesem Inserat für einer?

http://m.mobile.de/auto-inserat/andere- ... 27789.html

Sieht für mich nach Schweizer aus wegen der Bügel vorne- aber der hat eine Heizung. Oder ist die Nachgerüstet?
Der wirkt grundsätzlich sehr interessant. Steht halt in Ungarn.

Können die Profis hier etwas dazu sagen anhand der Bilder?

LG, M. & O.

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Re: Worauf achten beim Kauf

Beitrag von Franz » Fr Apr 08, 2016 5:23

Hallo, das ist ein Haflinger AP 700 (kurzer Radstand, 703 wäre langer Radstand)mit der Front der Tropenausführung (Zyklonfilter und Luftklappen seitlich davon) und Stoßstange. Als Baujahr 1970 eine 5-Gangversion mit (sehr wahrscheinlich) 75 km/h-Übersetzung. Ab Fahrersitz (Sitze nicht original) kaum originales Blech vorhanden, Verdeck kurz und mäßig, viele Teile improvisiert - kein so gutes Angebot um den Preis eines guten Fahrzeuges.
Vermutlich einer der relativ wenigen Haflinger, die damals nach Ungarn exportiert wurden und dann mit den dort vorhandenen Mitteln einsatzbereit gehalten wurden.
Ich würde mich bei der Suche von Extras wie Standheizung, Stoßstange, Anhängekupplung usw. nicht in die Irre führen lassen - das waren Optionen, die bestellt werden konnten und relativ einfach nachrüstbar sind, wenn auch die Suche manchmal Zeit und Geld kostet.
Das um und auf ist eine hinsichtlich Blech, Mechanik und Originalität möglichst gute Basis, der Rest ergibt sich dann fast von selbst.
Viele Grüße
Franz

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Re: Worauf achten beim Kauf

Beitrag von WolfgangK » Fr Apr 08, 2016 7:48

Der ungarische ist doch ziemlich verratzt für diesen Preis. Den wieder original zu bekommen wird richtig teuer.

Es kommt natürlich immer drauf an, wie das Fahrzeug am Ende aussehen soll, aber die Basis muss stimmen, sonst wird das ein Groschengrab.

Wenn Du ein komplettes Dach und Türen willst wäre es gut, wenn diese beim Kaufobjekt schon in vernünftigem Zustand sind. Diese Teile können richtig ins Geld gehen. Bei einem Schweizer ohne Türen ist das natürlich nicht so tragisch.

Ausserdem sollte die Plattform nicht allzu rostig sein. Du hast ja hier sicher die Bilder von durchgerosteten Kisten, Tanks, Bordwänden und Karosserien gesehen. Ja, kann man alles schweissen, aber trotz der einfachen Form kann das ziemlich aufwendig werden (oder sogar dazu führen, dass man besser gleich die ganze Plattform tauscht).

Ich denke für den von Dir genannten Preisrahmen kannst Du einen guten Schweizer bekommen. Für einen einigermassen originalen Zivilen oder sonstigen 4-sitzer wird das nicht reichen.

Mein AP700 den ich vor einem guten Jahr gekauft habe war auch in dieser Grössenordnung. Aber er hat dann doch noch neue Sitze benötigt, neue Reifen, eine komplette Neulackierung, viele Technikteile.... das summiert sich. Aber jetzt ist er eben auch so geworden, wie ich mir das vorgestellt hatte.

Viel Erfolg bei der Suche.

Wolfgang

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